700 Jahre Klein Wiershausen
1303 - 2003

Die Urkunde

Die Übersetzung
von Oberstudienrat Ludwig Einhellig

Wir Margareta von Gottes Gnaden Äbtissin, Vorsteherin von Mechtildis, Dekanin von Mechtildis, in Weisheit Wächterin und das ganze Kapitel der Kirche von Gandersheim wollen, dass allen für ewig bekannt ist, dass nach vorhergehender Beratung in gemeinsamer Übereinstimmung unseres Kapitels drei Hufen im Eigentum unserer Kirche mit allem was dazu gehört in dem Dorf Wiershausen, nahe der Stadt Göttingen gelegen, welche der Ritter Friedrich von Rosdorf, unser Getreuer, zu Lehen hat, dem erwürdigen Vater und Herrn, Herrn Gerhard, Erzbischof der heiligen Kirche, von Mainz und eben dieser heiligen Kirche übergeben haben zum ewigen Besitz und Eigentum. Dafür hat derselbe Herr Erzbischof mit Zustimmung seines Domkapitels uns und unserer Kirche den Zehnten im Dorf Billerbeck zum ewigen Besitz und Tausch übergeben. Zur Beglaubigung dieser Sache haben wir, die vorgenannte Äbtissin, das vorliegende Schriftstück mit unserem und unserer Kirche Siegel bestätigt. Gegeben und ausgeführt im Jahre 1303, am 8 Mai.

Beschreibung des Inhalts der Urkunde
von Joseph Einhellig

Die Äbtissin Margareta aus dem Stift Gandersheim besaß drei Hufen (ca. 90 Morgen) im Dorf Widerkeshusen (Klein Wiershausen). Der Ritter Friedrich von Rosdorf hatte diese drei Höfe zu Lehen. Das bedeutet, dass ihm das Land und die dazugehörigen Gebäude und Menschen so lange gehören bis ihm das Stift das Lehen wieder entzieht. Das Dorf Billerbeck bei Gandersheim gehörte dem Erzbischof von Mainz. Er zog von dort den Zehnten ein. Am 8. Mai 1303 wurde beurkundet, dass die Äbtissin Margareta mit dem Erzbischof Gerhard aus Mainz die drei Hufen in Klein Wiershausen, mit dem Zehnten aus dem Dorfe Billerbeck, getauscht haben.

(Das Orignial der Urkunde befindet sich im Staatsarchiv Würzburg unter der Signatur MU 3551)